Kirchen ABC

Dieses kleine Begriffslexikon führt hauptsächlich durch Ämter und Strukturen der evangelischen Kirche in Bayern. Es berücksichtigt aber auch die EKD und Überschneidungen mit der röm.-kath. Kirche. Mehr Stichwörter bietet Ihnen das EKD-Lexikon.

> Inhaltsverzeichnis:

A
Abendmahl
Absolution
Apostolisches Glaubensbekenntnis
Augsburger Bekenntnis
B
Barmer theologische Erklärung
Beichtgeheimnis
C
Confessio Augustana
D
Dekan (ev.-luth.)
Dekan (röm.-kath.)
Dekanatsausschuss
Dekanatsbezirk
Dekanatssynode 
Diakon/in
E
Ehrenamtliche
EKD
EKD-Kirchenkonferenz
EKD-Rat
EKD-Synode
EKU
ELKB
F
Frauenordination

 

G
Glaubensbekenntnis von Nizäa-Konstantinopel
Gottesdienst
H
Heidelberger Katechismus
I
Installation
K
Kirchengemeinde
Kirchenkreis
Kirchenvorstand
Kleiner Katechismus 
Kommunion
Konfirmation
Kreisdekan
L
Laie
Landesbischof
Landeskirche
Landeskirchenamt
Landeskirchenrat
Landessynodalausschuss
Landessynode
Leuenberger Konkordie
LWB
M
Messe
O
Oberkirchenrat/rätin
Ordination

 

P
Parochie
Pastor/in
Pfarramtführer/in
Pfarrer/Pfarrerin
Pfarrgemeinderat (röm.-kath.)
Pfarrkapitel
Pfarrverwalter/in 
Prädikant/in  
Prälat
Präsiden
R
Reformierte Kirchen
Regionalbischof
S
Sakramente
Schweigepflicht 
Segen
SELK
Senior(a)
Sprengel
Stuttgarter Schulderklärung
U
UEK
Unierte Kirchen
V
VELKD
Vertrauensmann/frau
Vikar/Vikarin
W
Weihe

> Abendmahl und Kommunion
Das Abendmahl wird in den Kirchen gleichermaßen als Sakrament und als Höhepunkt christlichen Lebens gefeiert. Durch den Empfang von Brot und Wein haben die Gläubigen Anteil an Leib und Blut Christi (1. Korinther 10,16). Das Abendmahlsverständnis der evangelischen Kirche hat sich in der Auseinandersetzung Martin Luthers mit seiner katholischen Kirche entwickelt. Luther hatte sich u.a. dagegen gewandt, das Abendmahl als Opfer zu verstehen, das der Priester Gott darbringt. Die Rede von der "Wiederholung des Kreuzopfers" hat den Eindruck entstehen lassen, als ob das einmalige Opfer Jesu am Kreuz im Gottesdienst regelmäßig wiederholt werden müsste.

Außerdem war es in der katholischen Kirche des Mittelalters üblich geworden, den Gläubigen nur noch die Hostie/das Brot, nicht aber mehr der Wein zu reichen. Dies ist häufig noch heute so, obwohl das Zweite Vatikanische Konzil die Austeilung von Brot und Wein erlaubt hat. (Heilige) Kommunion (lat.: communio = Gemeinschaft) ist in diesem Zusammenhang geprägter Ausdruck für die Feier des Abendmahls in der römisch-katholischen Kirche. Im evangelischen Kontext ist von Abendmahl zu sprechen.     Zurück
 

  

> Absolution
Lossprechung von der Sünde nach einem (öffentlichen oder privaten) Bekenntnis der Sünden (Beichte). Die lutherische Kirche kennt die Absolution als vollmächtigen Zuspruch der Vergebung nach einem Beichtgespräch mit dem Seelsorger oder mit einem anderen Mitchristen und im Zusammenhang mit dem Sündenbekenntnis beim Abendmahl. In der katholischen Kirche ist die Absolution Teil des Bußsakraments und kann nur durch einen Priester erteilt werden.     Zurück 

  

> Apostolisches Glaubensbekenntnis
Als Glaubensbekenntnis der westlichen Christenheit verbindet es die evangelischen Kirchen, die römisch-katholische Kirche, die altkatholische Kirche, die anglikanische Kirche und andere. Es geht in seinem Kern auf das Taufbekenntnis der ersten Jahrhunderte zurück und ist in seiner heutigen Form seit Anfang des 5. Jahrhunderts schriftlich belegt. Im sonntäglichen Gottesdienst erscheint es erst sehr spät und hat heute neben dem Bekenntnis von Nizäa-Konstantinopel einen festen Platz im lutherischen Gottesdienst. Die aus dem Griechischen stammende Bezeichnung "katholische Kirche" bezeichnet keine Konfession, sondern heißt "auf die ganze Kirche, bzw. Christenheit, bezogen". Daher übersetzen es die evangelischen Kirchen mit "christlich" oder "allgemein".     Zurück    

  

> Augsburger Bekenntnis (Confessio Augustana)
Dieses Bekenntnis aus dem Jahre 1530 gehört zu den maßgeblichen theologischen Bekenntnisschriften der Reformation. Es wurde von Philipp Melanchthon anlässlich des Augsburger Reichstages in lateinischer und deutscher Sprache verfasst und sollte durch die klärenden Artikel ursprünglich die Gemeinsamkeit mit der katholischen Kirche wieder herstellen. Es ist in seinem Ziel also ein ökumenisches Bekenntnis. Es wurde zur zentralen Bekenntnisschrift der protestantischen Kirchen lutherischer Prägung und ist bis heute Bestandteil der kirchlichen Grundordnung.  Die enthaltenen Lehrverurteilungen geben allerdings nicht mehr den aktuellen Stand des Verhältnisses der Kirchen und Glaubensgemeinschaften untereinander wieder.     Zurück

  

> Barmer Theologische Erklärung
Die Barmer Theologische Erklärung ist eines der wenigen Zeugnisse kirchlichen Widerstandes im Dritten Reich. Gegen eine Gleichschaltung mit dem nationalsozialistischen Staat hatten sich Widerstandskräfte der verschiedenen protestantischen Kirchen und Traditionen in der "Bekennenden Kirche"  zusammengeschlossen. Um dieser gegenüber den Deutschen Christen und der gleichgeschalteten Reichskirche ein klares Profil zu geben, berief der Reichsbruderrat, eine evangelische, kirchenübergreifende Gruppe verantwortlicher Persönlichkeiten, eine Bekenntnissynode nach Barmen—Gemarke ein (29. - 31. Mai 1934).  Nach 400-jähriger Trennung gelang es den Vertretern erstmals wieder, sich auf eine gemeinsame Sprache und Erklärung zu einigen. Angenommen wurde in veränderter Fassung der Entwurf von Karl Barth, Hans Asmussen und Thomas Breit. Als kirchliches Lehrzeugnis, zum Teil auch als Bekenntnisschrift, hat sie in den lutherischen, unierten und reformierten Landeskirchen unterschiedlich große Bedeutung.     Zurück  

  

> Beichtgeheimnis und Schweigepflicht
Pfarrer/innen sind verpflichtet, das Beichtgeheimnis gegenüber jedermann unverbrüchlich zu wahren. Ebenso haben Pfarrer/innen über alles, was ihnen in ihrer Eigenschaft als Seelsorger/innen anvertraut worden oder bekannt geworden ist, zu schweigen. Werden sie in Fällen, die nicht zur Beichte und zum Begehren der Absolution führen, von der Schweigepflicht durch den- oder diejenige, der/ die sich ihnen anvertraut hat, entbunden, sollen sie dennoch sorgfältig prüfen, ob und inwieweit sie Aussagen oder Mitteilungen verantworten können. Pfarrer/innen müssen bereit sein, Nachteile, die sich aus dem Beichtgeheimnis oder der Schweigepflicht ergeben, auf sich zu nehmen.     Zurück 

  

> Dekan (ev.-luth.)
Der Dekan (außerhalb Bayerns auch Superintendent, Probst) leitet den Dekanatsbezirk im Zusammenwirken mit Dekanatssynode und Dekanatsausschuss. Er hat die Aufsicht über die kirchliche Arbeit, führt die Pfarrstelleninhaber/innen ein und hat die Dienstaufsicht über sie. Der Dekan ist Inhaber einer Pfarrstelle. Die Besetzung erfolgt abwechselnd durch Vorschlag des Landeskirchenrats im Einvernehmen mit Kirchenvorstand und Dekanatsausschuss bzw. durch Wahlentscheidung eines Gremiums aus Mitgliedern des Kirchenvorstandes und Dekanatsausschusses.     Zurück

 

> Dekan (röm.-kath.)
In der römisch-katholischen Kirche besitzt ein Dekan trotz Namensgleichheit keine besonderen dienstrechtlichen Befugnisse. Das Amt bekleidet immer ein Priester des Dekanates, üblicherweise einer der Pfarrer der im Dekanat gelegenen Kirchengemeinden. Der Dekan wird vom Dekanatsrat gewählt und dem Bischof zur Ernennung vorgeschlagen. Hauptaufgabe des Dekans ist die Förderung und Koordinierung der gemeinsamen pastoralen Tätigkeit im Dekanat. Er hält den Kontakt mit der Bistumsebene, pflegt ökumenische Beziehungen und kümmert sich um die Informations- und Öffentlichkeitsarbeit.     Zurück

 

> Dekanatsausschuss
Der Dekanatsausschuss ist die ständige Vertretung der Dekanatssynode. Er vertritt den Dekanatsbezirk gerichtlich und außergerichtlich. Zu seinen Aufgaben gehört es, die kirchliche Arbeit im Dekanat zu koordinieren und gemeinsame Vorhaben zu planen. Darüber hinaus verwaltet er das Vermögen des Dekanatsbezirks.     Zurück

 

> Dekanatsbezirk
Mehrere Kirchengemeinden bilden einen Dekanatsbezirk (einem Landkreis vergleichbar), an dessen Spitze ein Dekan oder eine Dekanin steht. Bei der Leitung der Dekanatsbezirke wirkt die Dekanatssynode mit, deren Mitglieder von den jeweiligen Kirchengemeinden bestellt werden. Zu den Aufgaben gehören u.a. der Informationsaustausch zwischen Landeskirche und Kirchengemeinden sowie  Verwaltungshilfe für die Kirchengemeinden  (= Kirchengemeindeamt). Der Dekanatsbezirk (kurz: Dekanat) besitzt Rechtspersönlichkeit nach kirchlichem Recht und ist Körperschaft öffentlichen Rechts nach den geltenden staatsrechtlichen Bestimmungen. Organe des Dekanatsbezirkes sind die Dekanatssynode, der Dekanatsausschuss und der Dekan. Der Dekanatsbezirk führt den Namen "Evangelisch-Lutherischer Dekanatsbezirk" mit dem Ortsnamen seines Sitzes. Mehrere Dekanatsbezirke bilden einen Kirchenkreis (einem Regierungsbezirk vergleichbar).     Zurück

 

> Dekanatssynode
Die Dekanatssynode setzt sich zusammen aus stimmberechtigten Mitgliedern und Ersatzleuten. Mit Sitz und Stimme gehören der Synode an: Dekan, Senior, weitere Mitglieder des Pfarrkapitels und mindestens doppelt so viele Kirchenvorsteher/innen. Außerdem die Mitglieder der Landessynode, soweit sie ihren Wohnsitz im Dekanatsbezirk haben und weitere berufene Mitglieder. Dabei muss jede Kirchengemeinde durch mindestens einen Kirchenvorsteher/in vertreten sein. Der Dekanatsausschuss kann weitere Mitglieder berufen. Die Mitglieder der Dekanatssynode werden im Anschluss an Kirchenvorstandswahlen gewählt und berufen. Zu den Aufgaben der Dekanatssynode gehört die Förderung des kirchlichen Lebens durch Austausch, Beratung und Stärkung von Kooperationen. Darüber hinaus beschließt sie über die Höhe der Umlageanteile der Kirchengemeinden am Haushalt des Dekanatsbezirkes und kann Kollekten für besondere Aufgaben des Dekanatsbezirkes festlegen. Die Dekanatssynode tagt mindestens einmal jährlich und wird von einem Präsidium geleitet. Zu ihm gehören der Dekan und zwei gewählte Mitglieder, die Ehrenamtliche sein müssen. Die Präsiden sind gleichberechtigt.     Zurück

 

> Diakon/in
Ein Diakon (griech. Diener) war in der Alten Kirche der Gehilfe des Bischofs, der sich in besonderer Weise um die Armenfürsorge kümmerte (Apostelgeschichte 6,1-7). In der evangelischen Kirche ist Diakon/in ein eigenständiger Beruf mit vielfältigen Einsatzfeldern in Kirche und Diakonie. In und für Bayern erfolgt die Ausbildung in der Diakonenschule Rummelsberg. Diakone und Diakoninnen haben sich zu geistlichen Gemeinschaften zusammengeschlossen. In der römisch-katholischen Kirche bezeichnet Diakon die letzte Weihestufe vor der Priesterweihe. Katholische Diakone dürfen verheiratet sein, können dann aber die Priesterweihe nicht mehr erhalten.     Zurück  

 

> Ehrenamtliche und Laien
Im katholischen Kontext bezeichnet "Laie" den nicht geweihten Christen im Unterschied zum Priester. Eine solche Trennung ist dem evangelischen Verständnis, das vom "allgemeinen Priestertum aller Getauften" (Luther) ausgeht, fremd. Gelegentlich wird vom Nicht-Theologen als einem "Laien" gesprochen. Ansonsten unterscheidet die evangelische Kirche anhand der Dienstverhältnisse Hauptamtliche (Vollzeitanstellung), Nebenamtliche (Teilzeitanstellung) und Ehrenamtliche (kein Dienstverhältnis).     Zurück

 

> EKD
In der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) hat die Gemeinschaft von 23 lutherischen, reformierten und unierten Landeskirchen ihre institutionelle Gestalt gefunden. Das evangelische Kirchenwesen ist auf allen Ebenen föderal aufgebaut. Die EKD nimmt ihre von den Landeskirchen übertragen Gemeinschaftsaufgaben wahr, ohne deren Selbständigkeit zu beeinträchtigen. Die demokratisch verfassten und gewählten Leitungsgremien der EKD sind Synode, Rat und Kirchenkonferenz. Sie tragen die Verantwortung für die Wahrnehmung der Aufgaben der EKD, die in der kirchlichen Verfassung, der Grundordnung der EKD, festgehalten sind. Die Geschäfte von Synode, Rat und Kirchenkonferenz nimmt das Kirchenamt der EKD wahr.     Zurück

 

> EKD- Kirchenkonferenz
Die Kirchenkonferenz der EKD wird von den Leitungen der Gliedkirchen gebildet. In ihr haben Gliedkirchen mit mehr als zwei Millionen Kirchenmitgliedern zwei Stimmen, die anderen eine Stimme. In der Arbeit der Kirchenkonferenz findet die direkte Mitverantwortung und Einflussnahme der Landeskirchen für den Weg der EKD ihren Niederschlag. Die Kirchenkonferenz hat die Aufgabe, die Arbeit der EKD und der Gliedkirchen zu beraten, sie kann dem Rat und/oder der Synode Vorlagen zuleiten und Anregungen geben. Bei der Gesetzgebung und der Wahl des Rates wirkt sie ausdrücklich mit. Ihr Vorsitzender ist der EKD-Ratsvorsitzende.      Zurück

 

> EKD-Rat
Dem Rat der EKD gehören für sechs Jahre 15 Mitglieder, Laien und Theologen, an, von denen 14 gemeinsam von Synode und  Kirchenkonferenz gewählt werden. Der Präses der Synode ist 15. Mitglied kraft Amt. Aus der Mitte der gewählten Ratsmitglieder bestimmen Synode und Kirchenkonferenz wiederum gemeinsam den Vorsitzenden des Rates und dessen Stellvertreter. Der Rat leitet die EKD in allen Angelegenheiten, die nicht ausdrücklich anderen Organen vorbehalten sind. Insbesondere soll er für die Zusammenarbeit der kirchlichen Werke und Verbände in allen Bereichen sorgen, die evangelische Christenheit in der Öffentlichkeit vertreten und zu Fragen des religiösen und gesellschaftlichen Lebens Stellung nehmen. Nach der Grundordnung hat der Rat der EKD der Synode zu jeder ihrer Tagungen einen Rechenschaftsbericht vorzulegen. Zusätzlich wird der Synode zweimal während ihrer Amtsperiode ein ausführlicher Rechenschaftsbericht in Buchform vorgelegt, in dem nicht nur die Organe der EKD, sondern vor allem Werke, Einrichtungen und andere Institutionen aus dem Bereich der EKD über ihre Arbeit zu berichten haben.      Zurück

 

> EKD-Synode
Die Synode hat die Aufgabe, Angelegenheiten, die die EKD betreffen, zu beraten und über sie zu beschließen. Dazu gehören Kirchengesetze (so z.B. Haushalt, Arbeitsrechtsregelungen, Datenschutz etc.), sowie Vorlagen des Rates und der Kirchenkonferenz und unter bestimmten Voraussetzungen auch Anträge und Eingaben. Die Mitglieder der Synode sind dabei an Weisungen nicht gebunden. Die Synode besteht aus 120 Mitgliedern. 100 Synodale werden durch die Synoden der 23 Gliedkirchen gewählt, 20 Synodale beruft der Rat unter besonderer Berücksichtigung von Persönlichkeiten, die für das Leben der Gesamtkirche und die Arbeit der kirchlichen Werke Bedeutung haben. Für jeden Synodalen werden zwei Stellvertreter gewählt bzw. berufen (aktuelle Mitglieder).
Die Synode wird jeweils für die Dauer von sechs Jahren gebildet. An ihrer Spitze steht ein siebenköpfiges Präsidium. Dieses wird ebenso wie die ständigen Ausschüsse bei der konstituierenden Tagung gewählt (aktuelles Präsidium).
Seit 1991 hat die Synode neun ständige Ausschüsse. Die Ausschüsse leisten einen wesentlichen Teil der Sacharbeit der Synode.  Daneben wählt die Synode bei dieser ersten Tagung die zehn Mitglieder, die  zusammen mit den drei Vertretern der Kirchenkonferenz - den "Ratswahlausschuß" bilden. Die Synode kommt in der Regel einmal im Jahr an wechselnden Orten zu einer mehrtätigen Tagung zusammen. Diese Tagungen sind öffentlich.     Zurück

 

> EKU
Die Evangelische Kirche der Union (EKU) war ein von 1954 bis 2003 bestehender Kirchenbund, der aus der Kirche der Altpreußischen Union (ApU) hervorgegangen ist. Die 7 Gliedkirchen der EKU waren: Evangelische Landeskirche Anhalts, Evangelische Kirche in Berlin-Brandenburg, Pommersche Evangelische Kirche, Evangelische Kirche der Kirchenprovinz Sachsen, Evangelische Kirche der schlesischen Oberlausitz, Evangelische Kirche im Rheinland und Evangelische Kirche von Westfalen. Sitz der Kirchenleitung der Evangelischen Kirche der Union war die "Kirchenkanzlei der EKU" in Berlin. Am 1. Juli 2003 wurde die EKU mit der Arnoldshainer Konferenz zur "Union Evangelischer Kirchen" (UEK) vereinigt.     Zurück

 

> ELKB
= Evangelisch-Lutherische Kirche in Bayern.     Zurück

 

> Frauenordination
Nachdem in der Alten Kirche Frauen aus den geistlichen Ämtern verdrängt worden waren, begann im 20. Jahrhundert im Bereich der reformatorischen Kirchen wieder eine Ausweitung der Ordinationspraxis auf Frauen. Diese Entwicklung vollzog sich in etwa drei Schritten:
1. In den zwanziger und dreißiger Jahren erreichten die Frauen ihre Zulassung zur vollen Berufsausbildung mit beiden theologischen Examina. Dennoch wurden ihnen Ordination, Sakramentsverwaltung und z.T. auch die Wortverkündigung vor der Gemeinde verweigert.  In Bayern wurde 1944 ein Vikarinnengesetz verabschiedet, das die Tätigkeit der Frauen auf ausgesuchte Bereiche begrenzte. Herkömmliche Amtshandlungen von Geistlichen blieben ihnen verwehrt. Bedingt durch die Ausnahmesituation des Zweiten Weltkrieges mussten etliche Pfarramtshelferinnen und Vikarinnen die gesamten Aufgaben des Pfarramtes übernehmen, wurden aber mit dem Kriegsende wieder aus diesen Positionen verdrängt.
2. Während der fünfziger und vor allem der sechziger Jahre zeigte sich, dass im Zusammenhang mit der voranschreitenden gesellschaftlichen Gleichberechtigung und vertieften Einsichten in biblische Texte den Frauen Ordination und Sakramentsverwaltung nicht mehr vorenthalten werden konnten. Allerdings war diese Entwicklung heftig umstritten und schritt in den einzelnen Landeskirchen unterschiedlich schnell voran. Seit 1958 wurden in verschiedenen Landeskirchen der EKD entsprechende gesetzliche Regelungen erlassen, die teilweise immer noch erhebliche finanzielle und persönliche Einschränkungen für ordinierte Frauen vorsahen. Am 21.5.1958 wurde die Einführung von Frauen in der Pfälzischen Landeskirche ermöglicht, in Schaumburg -Lippe erst 1991(!). In Bayern werden Frauen seit 1975 ordiniert.
3. Seit Beginn der neunziger Jahre zeichnet sich eine dritte Phase ab: Es besteht ein Trend zur Durchsetzung der völligen Gleichberechtigung auch in leitenden Positionen der kirchlichen Ämterhierarchie. Den entscheidenden Einschnitt brachte die Bischofswahl am 4. April 1992 in Hamburg, aus der die Harburger Pröpstin Maria Jepsen (geb. 1945) als Siegerin hervorging. Nach der methodistischen und der episkopalischen Kirche in den USA sowie der anglikanischen Kirche Neuseelands war sie die erste Bischöfin einer evangelisch-lutherischen Kirche in der Welt. Die überwiegende Zahl christlicher Kirchen kennt nach wie vor keine Frauenordination.     Zurück

 

> Glaubensbekenntnis von Nizäa-Konstantinopel
Das Bekenntnis von Nizäa-Konstantinopel aus dem Jahr 381, das in den Akten des Konzils von Chalkedon von 451 überliefert ist, ist das ökumenische Glaubensbekenntnis der Christenheit schlechthin. Es verbindet in seiner griechischen Urform  auch die Christen der Ost- und Westkirche.     Zurück

 

> Gottesdienst und Messe
Im evangelischen Kontext werden gottesdienstliche Feiern ausschließlich als "Gottesdienst" bezeichnet (z.B. Berggottesdienst, Abendmahlsgottesdienst, Familiengottesdienst, usw.). "Messe" ist ein geprägter Begriff für einen römisch-katholischen Gottesdienst mit Eucharistie.     Zurück

 

> Heidelberger Katechismus
Dieser Katechismus der reformierten Kirche wurde von Zacharias Ursinus und Caspar Olevanius verfasst und 1563 in Heidelberg veröffentlicht. In 129 Lehrsätzen werden die Grundwahrheiten der reformierten Kirche zusammengefasst. 1619 erkannte die Dordrechter Synode den  Heidelberger Katechismus als Bekenntnisschrift an.     Zurück

 

> Installation
(Herkunft von „stallum“, Kirchengestühl).  Gottesdienstliche Handlung, durch die in ein geistliches Amt eingeführt wird. Zum Beispiel ein Pfarrer oder eine Pfarrerin nach dem Antritt einer neuen Dienststelle.  Mit der Installation werden ihm/ihr alle Rechte und Pflichten der Gemeindeleitung (Wortverkündigung, Seelsorge, Sakramentsverwaltung) übertragen. Laut Installationsfrage gelobt der Pfarrer/die Pfarrerin dabei, den Dienst an der Gemeinde NN   zu übernehmen, mit ihren Kirchenvorstehern und allen, die in der Gemeinde Dienst tun, zusammenzuarbeiten und das Amt so zu führen, wie er/sie es in der Ordination versprochen hat.     Zurück 

 

> Kirchengemeinde
An der Basis der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern stehen die Kirchengemeinden mit demokratisch gewählten Kirchenvorständen. Derzeit gibt es rund 1.500 Kirchengemeinden mit 2,7 Millionen Gemeindemitgliedern. In der Kirchengemeinde verwirklicht sich die Gemeinde Jesu Christi im örtlichen Bereich. Im  Sinne des Gesetzes ist sie eine örtlich begrenzte Gemeinschaft von Mitgliedern der Ev.-luth. Kirche in Bayern. Die Kirchengemeinde besitzt Rechtspersönlichkeit nach kirchlichem Recht und erhält die Eigenschaft einer Körperschaft des öffentlichen Rechts nach geltenden staatrechtlichen Bestimmungen. Mehrere Kirchengemeinden bilden einen Dekanatsbezirk (einem Landkreis vergleichbar), an dessen Spitze ein Dekan oder eine Dekanin steht.     Zurück

 

> Kirchenkreis
Mehrere bayerische Dekanatsbezirke bilden einen Kirchenkreis (einem Regierungsbezirk vergleichbar). An der Spitze eines Kirchenkreises steht ein Oberkirchenrat oder eine Oberkirchenrätin mit dem Titel Regionalbischof / Regionalbischöfin. Die sechs bayerischen Kirchenkreise (Ansbach-Würzburg, Bayreuth, Nürnberg, Regensburg, Augsburg, München) bilden zusammen die bayerische Landeskirche (einem Bundesland vergleichbar).     Zurück

 

> Kirchenvorstand
Der Kirchenvorstand (KV; außerhalb Bayerns auch Presbyterium) leitet die Gemeinde. Unter anderem besitzt  er das Beschlussrecht über die Gestaltung der Gottesdienste und liturgische Handlungen, über Maßnahmen zur Sicherung der kirchlichen Unterweisung (Kindergottesdienst, Konfirmandenunterricht etc.), sowie den Gebrauch kirchlicher Gebäude. Er wirkt mit bei der Besetzung der Pfarrstellen,  erörtert grundlegende kirchliche Fragen und hat vermögensrechtliche Aufgaben. Den Vorsitz führt der/die pfarramtliche  Geschäftsführer/in, wobei der KV auch eine abweichende Regelung beschließen kann. Der KV wählt für seine Amtszeit einen/eine Vertrauensmann/ frau.
Dem KV gehören an: die Pfarrer/innen der Gemeinde, Pfarrer/innen im Probedienst, Vikare/innen, Pfarrverwalter/innen (auch im Vorbereitungsdienst) sowie die gewählten und berufenen Kirchenvorsteher/innen. Die Kirchenvorsteher/innen (außerhalb Bayerns auch Presbyter) werden für einen Zeitraum von sechs Jahre gewählt und üben ihr Amt als Ehrenamt aus. Die Sitzungen sind in der Regel öffentlich.     Zurück

 

> Kleiner Katechismus
Für die Einübung christlicher Glaubenslehre im familiären Bereich verfasste Dr. Martin Luther 1529 seinen Kleinen Katechismus. Er beinhaltet  die 10 Gebote, das apostolische Glaubensbekenntnis, das Vaterunser, Taufe, Abendmahl und Beichte mit jeweils zugehörigen Auslegungen. Der Kleine Katechismus ist bis heute Hintergrund kirchlicher Unterweisung in Schule und Konfirmandenunterricht. Für Pfarrer und Lehrer verfasste Luther in sehr ausführlicher Form einen "Großen Katechismus".     Zurück 

 

> Konfirmation
(lat. "Befestigung") Die evangelische Konfirmation geht auf den Straßburger Reformator Martin Bucer zurück und ist erstmals 1539 in der Ziegenhainer Kirchenzuchtordnung formuliert. Flächendeckend konnte sie sich erst im 18. Jahrhundert durchsetzen. Den Namen hat die Konfirmationsfeier mit dem katholischen Sakrament der Firmung gemeinsam, dessen lateinischer Name ebenfalls "con-firmatio" ist. Die evangelische Konfirmation ist kein Sakrament, sondern Bestätigung der Taufe und feierlicher Abschluss des Konfirmandenunterrichts. Mit der Konfirmation wird u. a. das Recht zugesprochen, in allen evangelischen Gemeinden am Abendmahl teilzunehmen, Pate zu werden, eine Nottaufe vorzunehmen und als Erwachsener an kirchlichen Wahlen teilzunehmen (aktiv ab dem 16. Lebensjahr, z. T. schon ab dem 14., passiv ab dem 18. Lebensjahr) oder in kirchliche Ehrenämter gewählt zu werden.     Zurück 

 

> Landesbischof/-bischöfin
Das Amt des Landesbischofs wird von einer Pfarrerin oder einem Pfarrer ausgeübt, die bzw. der dazu von der Landessynode gewählt wurde. Seine Amtsperiode endet mit Vollendung des 65. Lebensjahres. Die Landessynode kann unter bestimmten Bedingungen den amtierenden Landesbischof abberufen. Ein Landesbischof ist nach evangelisch-lutherischem Verständnis kein "Oberhirte". Er hat kein Mehr an geistlicher Vollmacht, sondern ist, wie seine Kolleginnen und Kollegen, in das Amt der öffentlichen Wortverkündigung und Sakramentsverwaltung eingesetzt, "ordiniert". Während die Gemeindepfarrerin bzw. der Gemeindepfarrer einer Gemeinde zugeordnet ist, übt der Landesbischof das Predigtamt im gesamten Gebiet der Landeskirche aus. Gleichzeitig fördert er die Zusammenarbeit zwischen Gemeinden und überregionalen kirchlichen Einrichtungen. Zu seinen Aufgaben gehört neben dem Vorsitz im  Landeskirchenrat die Repräsentation der Kirche in der Öffentlichkeit.     Zurück

 

> Landeskirche
Ursprünglich einmal die Bezeichnung für die in einem lutherischen oder reformierten Territorium allein anerkannte, alle Bewohner umfassende Kirchenorganisation. Nach Durchsetzung des Toleranzgedankens sind Landeskirchen Religionsgesellschaften mit öffentlich-rechtlicher Anerkennung im Unterschied zu den privatrechtlich organisierten Freikirchen. Die Landeskirchen haben auch nach der Trennung von Staat und Kirche (1918) überwiegend an der Bezeichnung der alten deutschen Länder und Provinzen festgehalten. Innerhalb der EKD bestehen 24 Landeskirchen. 1969-1991 waren 8 Landeskirchen im Bund der Evangelischen Kirchen in der DDR zusammengeschlossen. Nach der politischen Wende fand 1991 die Vereinigung der Kirchen statt.     Zurück

 

> Landeskirchenamt
Oberste Verwaltungsbehörde der Landeskirche.  In Bayern mit Sitz in München.     Zurück

 

> Landeskirchenrat
Der Landeskirchenrat (LKR) setzt sich zusammen aus Landesbischof, den AbteilungsleiterInnen im Landeskirchenamt und den sechs Regionalbischöfen. Während der monatlichen "Vollsitzungen" tagt das Kollegium in der Regel für die Dauer von zwei Tagen im Landeskirchenamt in München. Landesbischof, Oberkirchenrätinnen und Oberkirchenräte sind im Landeskirchenrat einander gleichgestellt. Unter dem Vorsitz des Landesbischofs als primus inter pares handeln die Mitglieder des LKR nach dem Kollegialprinzip: sie stehen in kollegialer Verantwortung und tragen Entscheidungen gemeinsam. Zu den wichtigsten Aufgaben des LKR gehören Entscheidungen in Personalfragen sowie der Leitbild- und Organisationsentwicklung.     Zurück

 

> Landessynodalausschuss
In der Zeit zwischen den Synodaltagungen in Frühjahr und Herbst wird die Synode von einem ständigen Ausschuss, dem Landessynodalausschuss (LSA), vertreten. Er setzt sich aus dem dreiköpfigen Präsidium der Synode und zwölf weiteren Mitgliedern zusammen, die von der Landessynode gewählt werden. Maximal sechs Mitglieder dürfen Theologinnen oder Theologen sein. Die Präsidentin/der Präsident der Synode,  hat den Vor-sitz im LSA. Die 15 Mitglieder bereiten in gemeinsamen Sitzungen die Tagungen der Landessynode vor und nach, bearbeiten Anträge und Eingaben an das Leitungsorgan.     Zurück

 

> Landessynode
Die Landessynode bildet gemeinsam mit dem Landesbischof und Landeskirchenrat sowie dem Landessynodalausschuss die Kirchenleitung der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern. Zu den Aufgaben der Landessynode zählen die kirchliche Gesetzgebung einschließlich der Verabschiedung des Haushaltes und die Beschlussfassung über die Ordnung kirchlichen Lebens, die die Rechte und Pflichten der Mitglieder ausführt. Auch die Wahl des Landesbischofs obliegt der Landessynode. Die Landessynode beschließt zudem die Gottesdienstordnung. Jede Synodalin bzw. jeder Synodale hat das Recht, der Synode eigene Anträge zur Entscheidung vorzulegen.      Zurück

 

> Leuenberger Konkordie
Konkordie reformatorischer Kirchen in Europa, 16. März 1973. In der Reformationszeit kam es auch zwischen den entstehenden protestantischen Kirchen zu unterschiedlichen Bekenntnisentwicklungen und Ausprägungen kirchlicher Strukturen (zum Beispiel zwischen Lutheranern, Zwinglianern und Calvinisten), die Kirchengemeinschaft untereinander verhinderten. Mit der Unterzeichnung der Konkordie 1973 auf dem Leuenberg bei Basel kam der intensive Austausch reformatorischer Kirchen zu einem weittragenden Ergebnis: Aufgrund der erkannten Gemeinsamkeit im Verständnis des Evangeliums wurde eine Kirchengemeinschaft erklärt, in der die beteiligten Kirchen einander Gemeinschaft in der Wortverkündigung und der Feier der Sakramente gewährten (Kanzel- und Abendmahlsgemeinschaft) und gegenseitig die Berufung, Sendung und Segnung zum geistlichen Amt (Ordination) anerkannten. Damit verloren die traditionellen Lehrverurteilungen ihr kirchentrennendes Gewicht. Die Leuenberger Konkordie wurde bisher von über 80 Kirchen aus Europa angenommen, darunter alle west- und osteuropäischen Landeskirchen.     Zurück

 

> LWB
Der Lutherische Weltbund (LWB) ist eine globale Gemeinschaft von christlichen Kirchen lutherischer Tradition. 1947 in Lund, Schweden, gegründet zählt er inzwischen 138 Mitgliedskirchen in 77 Ländern weltweit, denen rund 66 Millionen ChristInnen angehören. Das höchste Entscheidungsgremium des LWB ist seine Vollversammlung, die in der Regel alle sechs Jahre stattfindet. Zwischen den Vollversammlungen wird der LWB durch einen jährlich zusammentretenden Rat und durch dessen Exekutivkomitee geleitet, das gleichzeitig als LWB-Treuhandschaftsrat und LWB-Personalausschuss dient. Der Rat setzt sich zusammen aus dem Präsidenten/der Präsidentin, dem Schatzmeister/der Schatzmeisterin sowie 48 Personen. Alle Ratsmitglieder werden von der Vollversammlung gewählt. Das Sekretariat des LWB befindet sich im Ökumenischen Zentrum in Genf (Schweiz).     Zurück

 

> Oberkirchenrat/-rätin
Mitglied des Landeskirchenrates.     Zurück

 

> Ordination
Gottesdienstliche Handlung, durch die zum geistlichen Amt beauftragt und bevollmächtigt wird. Das Wort ist abgeleitet von lat. ordo, "Stand". Das zentrale Segenszeichen ist die Handauflegung. Sie wird schon im Neuen Testament (2. Tim. 1,6) als Geste der Vollmachtsübertragung erwähnt. Das deutsche Wort Ordination wird fast ausschließlich in der Evangelischen Kirche gebraucht. Es wird vom katholischen (und orthodoxen) Weihesakrament streng unterschieden, da Ordination nicht die Zugehörigkeit zu einem besonderen Priesterstand begründen soll. Eine Trennung zwischen Priestern und Laien ist dem evangelischen Verständnis, das vom "allgemeinen Priestertum aller Getauften" (Luther) ausgeht, fremd. Vielmehr ist es die Segnung und Sendung zur öffentlichen Wortverkündigung und Sakramentsverwaltung. Die Praxis der Ordination ist in den einzelnen evangelischen Landeskirchen und Bekenntnistraditionen unterschiedlich. Der Ordinationsgottesdienst wird in Bayern vom Regional- oder Landesbischof gehalten. Laut Ordinationsfrage gelobt der Kandidat/ die Kandidatin, das Amt, das ihm/ihr anvertraut wird, nach Gottes Willen in Treue zu führen, das Evangelium von Jesus Christus zu predigen, wie es in der Heiligen Schrift gegeben und im Bekenntnis der evangelisch-lutherischen Kirche bezeugt ist, die Sakramente ihrer Einsetzung gemäß zu verwalten, das Beichtgeheimnis und die seelsorgerliche Verschwiegenheit zu wahren und in der Nachfolge des Herrn zu leben. Seit einigen Jahren gibt es auch die Möglichkeit einer Ordination ins Ehrenamt für Pfarrer/innen, die einen unbezahlten Dienst übernehmen.     Zurück

 

> Pastor/Pastorin
(lat.: pastor, Hirte) Die vor allem in Norddeutschland gebräuchliche Bezeichnung für einen Geistlichen bzw. eine Geistliche (Pastorin) im Gemeindedienst. Da der Begriff auch im katholischen Raum verwendet wird, lässt er i. A. keine Rückschlüsse auf die Konfession zu. In einigen Regionen (sowohl evangelischen Landeskirchen wie katholischen Bistümern) wird zwischen dem Titel Pastor und der Dienstfunktion Pfarrer unterschieden, so dass ein Geistlicher ohne Pfarrstelle dennoch Pastor bleibt.     Zurück

 

> Pfarramtsführer/innen
Pfarrer/innen einer Gemeinde haben Aufgaben in der Verwaltung, der pfarramtlichen Geschäftsführung, der Kirchenbuchführung und in Vermögens- und Geldangelegenheiten zu erfüllen. Insofern sind sie Pfarramtsführer/innen. In Gemeinden mit mehreren Pfarrstellen ist diese Funktion an eine der Stellen gekoppelt.     Zurück 

 

> Pfarrer/Pfarrerin
Das Wort "Pfarrer" hat seinen Ursprung in der griechischen Bezeichnung "parochia", welches einen Bezirk oder ein Gebiet bedeutet, so dass der "Pfarrer" den "Pfarr(h)er(r)n" eines Gebietes, einer "Parochie" (= Kirchengemeinde) darstellt. Neben dem Wirkungsbereich innerhalb einer Ortsgemeinde arbeiten Pfarrer auch in anderen Institutionen (z.B. Gefängnis, Krankenhaus, Akademien usw.). Pfarrerinnen und Pfarrer, denen eine Pfarrstelle übertragen ist, haben in ihrer Gemeinde Auftrag und Recht zur öffentlichen Wortverkündigung und zur Sakramentsverwaltung. Der Auftrag verpflichtet und berechtigt Pfarrer/innen zur Leitung des Gottesdienstes, zur Vornahme der Amtshandlungen, zur christlichen Unterweisung und zur Seelsorge. Der Auftrag umfasst auch Verwaltungsaufgaben. Es ist stets ein ordinierter Theologe bzw. Theologin  mit abgeschlossenem Hochschulstudium (Ausnahme: Pfarrverwalter/in). Rechte und Pflichten der Pfarrer/innen regelt das Kirchengesetz (Pfarrerdienstrecht), das sich weitgehend am staatlichen Beamtenrecht und an den Laufbahnen von Studienräten orientiert. Das Recht der Pfarrstellenbesetzung wird abwechselnd vom Kirchenvorstand und dem  Landeskirchenrat wahrgenommen.     Zurück

 

> Pfarrgemeinderat (röm.-kath.)
Der Pfarrgemeinderat einer römisch-katholischen Pfarrei, besitzt anders als der evang. Kirchenvorstand keine Beschlussrechte in verwaltungsrechtlichen Fragen. Als gewähltes Gremium hat der Pfarrgemeinderat das Mandat, im Namen der Mitglieder der Pfarrei in der Öffentlichkeit aufzutreten und zu kirchlichen, gesellschaftlichen und politischen Themenfeldern Stellung zu beziehen. Er berät den Pfarrer in pastoralen Fragen, koordiniert und fördert das gemeindliche Leben. Er kann Maßnahmen im sozialen und karitativen Bereich beschließen und pflegt stellvertretend für die Kirchengemeinde pflegt den Kontakt zu und die Zusammenarbeit mit kommunalen Gremien.  In Finanz- und Personalfragen ist er zu informieren und zu hören.     Zurück

 

> Pfarrkapitel mit Senior(a)
Das Pfarrkapitel ist die Gemeinschaft der zum Dienst an den Gemeinden des Dekanatsbezirks berufenen Pfarrer/innen, Pfarrverwalter/innen, Vikare/innen und Pfarramtskandidaten/innen. Dem erweiterten Pfarrkapitel gehören an, soweit sie im Dekanatsbezirk tätig sind: die ordinierten Religionslehrer/innen, Pfarrer/innen an Justizvollzugsanstalten, Pfarrer/innen bei Militär und Bundesgrenzschutz, Pfarrer/innen in Einrichtungen und Diensten, die auf den Dekanatsbezirk bezogen sind. Die Zusammenkünfte des Pfarrkapitels dienen der geschwisterlichen Beratung, der theologischen Weiterbildung und der Besprechung dienstlicher Vorgänge. Das Pfarrkapitel wird vom Dekan einberufen und geleitet.
Das Pfarrkapitel wählt einen Pfarrstelleninhaber als Senior. Der Senior ist Vertrauensmann bzw. -frau des Kapitels. Die Amtsdauer beträgt sechs Jahre, eine Wiederwahl ist möglich.     Zurück

 

> Pfarrverwalter/-verwalterin
Inhaber einer Pfarrstelle bzw. eines pfarramtlichen Dienstes, der das Amt auf dem zweiten Bildungsweg erreicht hat. Aufgaben, Rechte und Pflichten orientieren sich an denen des Pfarrers. Zum Werdegang gehören eine theologische Ausbildung, der Vorbereitungsdienst und der Probedienst. Für Bewerber und Bewerberinnen, die aus säkularen Berufen kommen, dauert die Ausbildung, die in der Regel an der Augustana Hochschule durchgeführt wird, vier Jahre. Für die Zulassung zur Ausbildung ist ein "Auswahlverfahren" vorgesehen. Bewerber und Bewerberinnen, die aus theologisch-pädagogischen Berufen mit mindestens zehnjähriger Berufspraxis kommen, durchlaufen ein theologisches Studienjahr. Der sich anschließende Vorbereitungsdienst, der die Auszubildenden in die Praxis des Dienstes einführt, schließt mit einer praxisbezogenen Anstellungsprüfung. Bei entsprechender Eignung können Pfarrverwalter/innen auch zu Pfarrer/innen ernannt werden.     Zurück

 

> Prälat
In den evangelischen Landeskirchen von Baden und Württemberg bezeichnet Prälat die leitenden Geistlichen der mittleren Aufsichtsbezirke, Sprengel genannt (Bayern: Kirchenkreis und Regionalbischof).  Bei der Bundesregierung erscheint der Begriff als Ehrentitel für den Bevollmächtigten des Rats der EKD.
In der katholischen Kirche führen  alle Geistlichen, die ein mit Jurisdiktionsgewalt für den äußeren Rechtsbereich versehenes Amt bekleiden, den Titel Prälat (Bischöfe, Ordensobere), aber auch die höheren Beamten der päpstlichen Verwaltung.     Zurück 

  

> Prädikant/Prädikantin
Prädikant wird ein von der Kirche mit dem Predigtdienst beauftragter Laie genannt. In einigen Landeskirchen ist ihm/ihr auch die Sakramentsverwaltung gestattet und er/sie kann in besonderen Fällen ordiniert werden.     Zurück 

 

> Reformierte Kirchen
Kirchengemeinschaften, die auf die Reformation Huldrich Zwinglis und Johannes Calvins zurückgehen. Sie sind hauptsächlich in der Schweiz, in Schottland, Teilen Deutschlands, Frankreich, Ungarn und den USA (Presbyterianer) verbreitet. Besonderheiten der reformierten Kirchen: Betonung der Prädestination (Vorherbestimmung), in Einzelheiten von den lutherischen Kirchen abweichende Abendmahlslehre, strenge Kirchenzucht, schlichte Gottesdienstform, Leitung der Kirche durch Presbyterien und Synoden sowie eine stärkere politische Aktivität. Die verbreiteste Bekenntnisschrift ist der Heidelberger Katechismus. Mit den lutherischen Kirchen besteht Kirchengemeinschaft (Leuenberger Konkordie).     Zurück

 

> Regionalbischof /-bischöfin
Der Regionalbischof (alte Bezeichnung: Kreisdekan) hat eine bischöfliche Funktion für den Kirchenkreis ähnlich wie der Landesbischof für die gesamte Bayerische Landeskirche. Nach der Kirchenverfassung repräsentiert der Regionalbischof/die Regionalbischöfin die evangelische Kirche in der Öffentlichkeit, er/sie besucht und begleitet die Gemeinden und die Pfarrerinnen und Pfarrer und ordiniert  junge Pfarrerinnen und Pfarrer im Namen der Gesamtkirche zu ihrem Amt. Hinzu kommen Verpflichtungen in der ganzen evangelischen Kirche Deutschlands, aber auch in der weltweiten Ökumene.     Zurück

 

> Sakramente
(Von lat. sacrare, weihen, heiligen). Die römisch-katholische und die anglikanische Kirche sowie die orthodoxen Kirchen zählen sieben Sakramente: Buße (Beichte), Firmung, Krankensalbung ("letzte Ölung"), Ehe und Weihe der Diakone, Priester bzw. Bischöfe, Taufe und Abendmahl. Die evangelische Kirche spricht nur bei Taufe und Abendmahl von einem Sakrament, da nur sie die drei (reformatorischen) Vorraussetzungen erfüllen: gestiftet durch Christus, versehen mit einem sichtbaren Zeichen und Heil wirkend durch Glauben. Philipp Melanchthon (1497-1560) hat Sakramente als "Riten" bezeichnet, "die ein Gebot Gottes haben und denen eine Verheißung der Gnade beigefügt ist". Dieser Definition folgend ist ein Sakrament eine symbolisch-rituelle Handlung aus Glauben, die sich auf einen Akt der Stiftung zurückführen lässt und bei den Empfängern Heil (Gnade) wirkt. Sakramente sind Zeichen, durch die Gott mit den Menschen in Verbindung tritt und die Glaubenden ihre Zugehörigkeit zu Jesus Christus verbindlich zum Ausdruck bringen.     Zurück 

 

> Segen 
"Segen" und "segnen" (hebr.: barak) sind zentrale Leitworte im Alten Testament. Ihre Grundbedeutung lautet: mit heilvoller Kraft begaben. Der Segen, aber auch der Fluch, soll das bewirken, was er aussagt. Die genaueste inhaltliche Beschreibung des Segens bietet der Begriff "Frieden" (hebr.: Schalom), der Wohlergehen im umfassendsten Sinne, materiell, körperlich wie seelisch meint. Die griechische Übersetzung von "barak" lautet "eulogeo": gut reden von, loben, preisen, rühmen, segnen. Der deutsche Begriff "segnen" hat jedoch einen anderen Bedeutungszusammenhang. Er ist ein Lehnwort des lateinischen "signare" (mit einem Kreuz versehen). Im mittelalterlichen Kirchenlatein heißt es: "das Kreuzzeichen machen", "sich bekreuzigen", wie es auch Martin Luther beim Morgen- und Abendsegen empfiehlt. Jeder Mensch kann Segen zusprechen. Zum Vollzug des Segnens gehören Wort und Geste (Handauflegung, 1. Mose 48,13ff; Erheben der Hände, 2. Mose 17,11). Segen kann nicht zurückgenommen werden (1. Mose 27,33). Der ursprüngliche Ort des Segnens war die Familie. Im Gottesdienst soll er als Zuspruch die Teilnehmerinnen und Teilnehmer in den Alltag begleiten.     Zurück  

 

> SELK
Die Selbständige Evangelisch-Lutherische Kirche (SELK) ist eine lutherische Freikirche. Die Gemeinden verteilen sich auf ganz Deutschland. Die heutige SELK entstand 1972 als Zusammenschluss dreier lutherischer Freikirchen: der Altlutherischen Kirche (Sie hatte sich 1830 aufgrund eines "Bekenntnisnotstandes" von der Evangelischen Kirche Preußens getrennt, als dieser staatlicherseits ein uniertes Bekenntnis verordnet wurde), der Evangelisch-Lutherischen Freikirche und einer Freikirche, die ebenso wie der neue Zusammenschluss den Namen Selbständige Evangelisch-Lutherische Kirche trug, aber bereits seit 1945 bestand. 1976 schlossen sich die Evangelisch-Lutherische Bekenntniskirche in der Diaspora und 1991 die Evangelisch-lutherische (alt-lutherische) Kirche (auf dem Gebiet der DDR) als weitere Kirchen an. Die SELK umfasst jedoch nicht alle selbständigen (also keiner Landeskirche angehörenden) lutherischen Gemeinden in Deutschland. Die SELK ist eine Körperschaft des öffentlichen Rechts mit Sitz in Hannover.     Zurück

 

> Sprengel
In der bayerischen Landeskirche bezeichnet Sprengel den Teilbereich einer großen Kirchengemeinde mit eigenem Pfarrer/Pfarrerin. In anderen Landeskirchen (z.B. Baden und Württemberg) entspricht der Sprengel einem bayerischen Krichenkreis.     Zurück

 

> Stuttgarter Schulderklärung
Erklärung des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland am 19. Oktober 1945. Das Stuttgarter Schuldbekenntnis war die erste Erklärung der Evangelischen Kirche in Deutschland nach dem 2. Weltkrieg, die die Mitschuld der evangelischen Christen und Kirche an den Verbrechen des Dritten Reiches in allgemeiner Form benannte. Sie wurde am 19. Oktober 1945 auf der Ratstagung der EKD öffentlich verlesen und war von mehreren Ratsvertretern gemeinsam verfasst worden, darunter Hans Asmussen, Otto Dibelius und Martin Niemöller. Anlass war die Erwartung der Ökumene an die deutsche evangelische Kirche, sich ihrem Versagen in der Zeit des Nationalsozialismus zu stellen.     Zurück

 

> UEK
Evangelische Kirche der Union (UEK). Die UEK wurde am 1. Juli 2003 errichtet und löste die bisherige Evangelische Kirche der Union (EKU) ab, welcher die Landeskirchen des früheren Staates Preußen angehörten und die Arnoldshainer Konferenz (ein Zusammenschluss mehrere unierter und reformierter Landeskirchen von 1967).
Gemäß Art. 1 Abs. 1 der Grundordnung der UEK ist die UEK eine Körperschaft des öffentlichen Rechts (KdöR), da sie den Rechtsstatus der EKU als KdöR fortsetzt. Ihr Sitz ist Berlin bei der bisherigen Kirchenkanzlei der EKU.
Die Organe der UEK sind die Vollkonferenz, die sich aus 47 Mitgliedern der 14 Mitgliedskirchen zusammensetzt. Die Vollkonferenz wird auf 6 Jahre von den Mitgliedskirchen gewählt.
Die Vollkonferenz wählt aus ihrer Mitte ein Präsidium, in welchem alle Mitgliedskirchen vertreten sind. Außerdem gehören die Vorsitzenden des Theologischen Ausschusses und des Rechtsausschusses sowie der Leiter der Kirchenkanzlei in Berlin dem Präsidium an, so dass es insgesamt aus 17 Mitgliedern besteht.
Das Präsidium mit dem Vorsitzenden an der Spitze ist das ausführende Verwaltungsorgan der Vollkonferenz.
Die Verwaltungsgeschäfte der UEK obliegen der Kirchenkanzlei der UEK in Berlin.
Die UEK ist ein Zusammenschluss folgender Landeskirchen:
- Evangelische Landeskirche Anhalts
- Evangelische Landeskirche in Baden
- Evangelische Kirche in Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz
- Bremische Evangelische Kirche (BEK)
- Evangelische Kirche in Hessen und Nassau
- Evangelische Kirche von Kurhessen-Waldeck
- Lippische Landeskirche
- Evangelische Kirche der Pfalz
- Pommersche Evangelische Kirche
- Evangelisch-reformierte Kirche
- Evangelische Kirche im Rheinland
- Evangelische Kirche der Kirchenprovinz Sachsen
- Evangelische Kirche von Westfalen     Zurück

 

> Unierte Kirchen
Kirchen im protestantischen Bereich, die durch Vereinigung von Kirchen lutherischen und reformierten oder verwandten Herkommens entstanden sind, z. B. die Evangelische Kirche der Union (EKU, Altpreußische Union).     Zurück

 

> VELKD
Die Vereinigte Evangelisch-Lutherische Kirche Deutschlands (VELKD) ist ein Zusammenschluss von acht lutherischen Landeskirchen, der am 8. Juli 1948 gegründet wurde und rund elf Millionen Gemeindeglieder umfasst. Ihr Ziel ist es, die Einheit des Luthertums zu fördern und zu bewahren. Der VELKD gehören folgende Landeskirchen an: Bayern, Braunschweig, Hannover, Mecklenburg, Nordelbien, Sachsen, Schaumburg-Lippe und Thüringen. Neben der VELKD besteht die Union Evangelischer Kirchen (UEK) als Zusammenschluss der unierten Kirchen. Zusammen mit der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) nehmen VELKD und UEK jeweils eigenständige Aufgaben wahr, die ihnen von ihren Mitgliedskirchen, die selbständig sind, übertragen wurden. Der Schwerpunkt der VELKD liegt u.a. auf theologischer Arbeit, Gottesdienst, Gemeindeaufbau und Ökumene. Die Leitungsgremien der VELKD sind die Generalsynode, die Bischofskonferenz und die Kirchenleitung. Sie sind verantwortlich für die der VELKD übertragenen Gemeinschaftsaufgaben, die in der Verfassung der VELKD geregelt sind. Die Geschäfte der Leitungsgremien führt das Lutherische Kirchenamt in Hannover.     Zurück

 

> Vikar/ Vikarin
In der evangelischen Kirche bezieht sich der Begriff ausschließlich auf Theologinnen und Theologen in der praktischen Ausbildung nach dem 1. Theologischen Examen. Diese praktische Ausbildung wird mit dem 2. Theologischen Examen abgeschlossen und ist damit Voraussetzung zur Ordination in den Pfarrdienst. Das Vikariat entspricht damit als Ausbildungsphase dem Referendariat bei Juristen oder Pädagogen bzw. dem Praktischen Jahr bei Medizinern.
In der kath. Kirche ist ein Vikar ein Geistlicher ohne selbständiges Amt. So ist z.B. der Kardinalvikar, der Kardinal, der als Stellvertreter des Papstes das Bistum Rom verwaltet. Der Apostolische Vikar ist Vertreter des Papstes in Missionsgebieten, ein Generalvikar ist allgemein Vertreter des Bischofs und der Pfarrvikar ist ein Geistlicher zur Stellvertretung eines Pfarrers.     Zurück

 

> Weihe
Weihe ist die feierliche Segenshandlung von Personen und Sachen. In der evangelischen Kirche sind Einweihungshandlungen an kirchlichen Gebäuden und Gegenständen (Altar, Kanzel, Taufstein, Orgel, Glocken etc.), die Einweihung von Gebäuden (z.B. Kindertagesstätte, Altenheim, Krankenhaus oder Pflegeeinrichtung etc.) sowie sonstiger Bauwerke (z.B. Wohnhaus, Gebäude der öffentlichen Verwaltung, Straße, Fabrik, Freizeit- oder Sporteinrichtung etc.) grundsätzlich möglich. Kirchenrechtlich gilt, dass alle Glieder der evangelischen Kirche einen grundsätzlichen Anspruch auf Gewährung einer Einweihungshandlung haben. Dabei gilt es zu beachten, dass nach evangelischem Verständnis nicht die Gegenstände "heilig" gesprochen werden, sondern dass die Menschen, die damit zu tun haben, unter den Schutz und Segen Gottes gestellt werden. Bestehen jedoch Bedenken, dass ein Missbrauch vorliegen und die Freiheit der Verkündigung nicht gewährleistet sein könnte, so kann die kirchliche Weihehandlung verweigert werden.
Der Begriff "Weihe" begegnet in der römisch-katholischen Kirche auch im Zusammenhang mit der so genannten Priesterweihe. Mit der Priesterweihe verbinden sich nach katholischem Verständnis "höhere Weihen", d. h. bei dem Geweihten vollzieht sich eine Wesensänderung. In der evangelischen Kirche spricht man bei Pfarrern und Pastorinnen von Ordination.     Zurück 


Zusammengestellt vom Referat für Öffentlichkeitsarbeit am Dekanat Kempten, St.-Mang-Platz 2, 87435 Kempten