Mitarbeitende

„Die ankommenden Asylsuchenden stabilisieren.“ Für Sait Eroglu, Diplom-Psychologe im Sozialpsychiatrischen Zentrum in Immenstadt, ist das eine Art Zauberformel, die als Erstes in Zusammenhang mit der Arbeit von „TAFF“ (therapeutische Angebote für Flüchtlinge) umzusetzen ist. - Er und seine Kemptener Kollegin Anja Voigt, Sozialpädagogin teilen sich die neu geschaffene Koordinationsstelle mit je 15 Stunden im Oberallgäu und 15 Stunden in Kempten und dem nördlichen Landkreis. Träger ist die Diakonie Kempten Allgäu.

Mit finanziert wird das Projekt über die „Stiftung Welten verbinden“, dem Bayerischen Staatsministerium und der evangelischen Landeskirche. Die Sachkosten trägt die Diakonie selbst. „Mit dem zunehmenden Flüchtlingsstrom war für uns klar, dass wir nicht nur für ein Bett und Essen sorgen müssen, sondern auch für die seelische Versorgung dieser Menschen zuständig sind“,  informierte Indra Baier-Müller, Geschäftsführerin der Diakonie, dazu jetzt bei der Vorstellung der beiden TAFF-Mitarbeiter. Neben dem Allgäu gibt es TAFF als Modellprojekt noch in Oberfranken.

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Sozialpädagogin Anja Voigt und Diplom-Psychologe Sait Eroglu übernehmen gemeinsam die Koordinationsstelle für TAFF (therapeutische Angebote für Flüchtlinge). Foto: moriprint

Sait Eroglu hat neben seiner Arbeit als Diplom-Psychologe im  Sozialpsychiatrischen Zentrum in Immenstadt die Anlaufstelle für TAFF im Oberallgäu übernommen. Seit einiger Zeit ist er montags und mittwochs im Gebäude 23 der Kaserne in Sonthofen zu finden. Sozialpädagogin Anja Voigt in Kempten hat dienstags bis donnerstags ihr Büro im alten BKH-Gebäude im Freudental.

Hilfsanfragen bekommen die beiden meist über Dritte. „Wer schwer traumatisiert ist, ist oft nicht in der Lage, sich selbst Hilfe zu suchen.“ Fluchtwege, der Verlust der Heimat – beides könne sehr belastend sein, so Voigt. Und Eroglu ergänzt: „Anfangs steht einfach nur der Gedanke: ich hab überlebt!“ Doch dann kämen gerade auch mit der Annahme des Asylantrages existenzielle Sorgen. Also bräuchten auch die anerkannten Flüchtlinge weiter Hilfe und Unterstützung.

Doch nicht nur dabei versuchen die beiden TAFF-Mitarbeiter Hilfe zu vermitteln: Gerade bauen sie auch ein Netzwerk von Therapeuten und Dolmetschern auf. Je 25 haben sich schon auf die Listen eintragen lassen. Des Weiteren gibt es Fortbildungen für Dolmetscher und  für ehrenamtliche Helfer. „Es geht darum, die Helfer zu sensibilisieren, damit sie seelische Not erkennen können“, so Sait Eroglu. Für die Dolmetscher hat es bereits ein erstes Treffen gegeben. Auch werden Paten, Patenfamilien unterstützt. Wie? „Beispielsweise mit einem Nähe-Distanz-Seminar, denn der Mittel-weg ist nicht immer einfach“, so die beiden TAFF-Mitarbeiter.

Indra Baier-Müller ist auch froh um die Unterstützung der „Stiftung Welten verbinden“. Psychologe Dr. Stefan Schmid von der Stiftung wird das Projekt begleiten.  Das Projekt ist derzeit bis Ende des Jahres befristet, es gibt aber bereits Bestrebungen, das Projekt zu verlängern (mori).