Kirchenpost im Briefkasten

Landeskirche will Kontakt zu Mitgliedern verbessern.
Ab Mai 2018 werden Sie im Dekanatsbezirk Kempten von Zeit zu Zeit Post im Briefkasten finden, die es so bisher nicht gab, Post von Ihrer Kirche – mit einem Wort: Kirchenpost. Das kann ein Dankbrief für Kirchensteuer sein, ein Begrüßungsschreiben nach einem Umzug, ein Gruß zum Kirchenjahr oder für Jugendliche ein Angebot zur Sommerfreizeit bzw. zu einem Schülerpraktikum. Je nach Alter und Anlass werden verschiedene Briefe verschickt. Jedes Kirchenmitglied erhält so mindestens einmal im Jahr „Kirchenpost“.

Kirchenpost

Die Idee der „Kirchenpost“ ist es, alle Kirchenmitglieder regelmäßig persönlich anzusprechen und über kirchliche Angebote zu informieren. Besonders die, die wenig Kontakt zur Ortsgemeinde haben, sollen sich wahrgenommen fühlen und für ihre Mitgliedschaft wertgeschätzt. Vier Jahre lang wurde die „Kirchenpost“ bereits in zwei Dekanatsbezirken ausprobiert. Die Ergebnisse der Testphase sind so vielversprechend, dass die bayerische Landeskirche in den nächsten fünf Jahren (bis 2022) eine Ausweitung auf weitere Dekanate unterstützt. Der Dekanatsbezirk Kempten ist bei diesem innovativen Projekt dabei.

„Also, ich brauche das nicht“, denken Sie vielleicht. Und das ist sicher richtig, wenn Sie sich in Ihrer Gemeinde engagieren und deshalb gut Bescheid wissen. (Falls Sie keine Kirchenpost möchten, können Sie diese übrigens auch einfach abbestellen.) Vielleicht gehören Sie aber auch zu den Kirchenmitgliedern, die weniger Kontakt haben und die sich freuen, ab und zu von ihrer Kirche etwas zu hören bzw. zu lesen. Bei einer Telefonbefragung gaben 85 Prozent der Adressaten an, die Kirchenpost gelesen zu haben und die meisten konnten sich auch Monate später noch gut an die einzelnen Themen erinnern. 64 Prozent der Befragten finden die Kirchenpost „gut“ oder „sehr gut“. In der Altersgruppe 18-21 Jahre liegt die Zustimmung sogar bei 70 Prozent.

Zugegeben, es ist ein ungewohnter Weg, den die evangelische Kirche mit der „Kirchenpost“ beschreitet. Aber warum soll die Kirche nicht auch neue Wege gehen, um Menschen zu erreichen?

Ute Baumann, Projektbüro Kirchenpost